Energie-Gewinn-Haus

Erstes Passivhaus im Mietwohnungsbestand

In bestehenden Mehrfamilienhäusern ist die Umsetzung der Passivhaustechnik schwierig, weil die Wärmebedürfnisse unterschiedlich sind und die Regelung ohne aktive Heizung problematisch ist. Die Lüftungsanlagen übertragen Gräusche von Wohnung zu Wohnung. Die Betonbalkone transportieren im Winter Kälte ins Gebäudeinnere. Unbewohnte Kellerräume und Treppenhäuser kühlen Mehrfamilienhäuser zusätzlich aus.

Die GAG hat sich vorgenommen, diese Aufgabe zu lösen. Zwei bestehende Sechs-Familien-Häuser in der Hoheloogstraße 1 und 3, unterkellert, mit zwei Treppenhäusern und einem Betonbalkon je Wohnung - ein Bautyp des sozialen Wohnungsbaus der sechziger Jahre - haben durch Umbau zeitgemäße Wohnungszuschnitte bekommen und nach der ernergetischen Sanierung "Passivhausstandard" erreicht, brauchen also keine herkömmliche Heizung mehr. Darüber hinaus ist das Projekt auch ökonomisch optimiert worden, damit es sich rechnet und in Serie gehen kann.

Das energiesparende und umweltentlatende Wohnen wird somit erstmals auch für breite Bevölkerungsschichten zu vertretbaren Kosten ermöglicht. Das Energieeinsparpotential und die Schadstoffreduzierung werden insbesondere in den Großstädten beachtlich sein. weil dort die Großsiedlungen aus den Nachkriegsjahren zur Sanierung anstehen. Erreicht wird dieses Ziel durch die Weiterentwicklung und die Kombination verschiedener neuer Technologien. Der jährliche Heizwärmebedarf wird unter anderm durch eine 30 Zentimeter dicke Poystyroldämmung LWLD 035 der Außenbauteile und dreifachverglaste Fenster verringert. Die Wärme aus der Abluft wird mit Wärmetauschern zu 85 Prozent entzogen und der Frischluft wieder zugeführt. Die Regelung erfolgt über einen Wasser-Luft-Wärmetauscher, kombiniert mit der Nahwärmeversorgung, betrieben mit einer energieeffizienten "Kraft-Wärme-Kopplung".

Eine 140 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage auf den südlich gelegenen Dachflächen produziert jährlich mehr Strom, als die Nutzer durchschnittlich verbrauchen. Es ergibt sich somit das erste "Energie-Gewinn-Haus im Mietwohnungsbestand".

Baubeginn: 10.01.2005

Bezug: 01.04.2006

Der Vergleich

Zwei absolut identische Nachbarhäuser in der Hoheloogstarße 5 und 7 wurden in gleicher Weise umgebaut, enrgetisch jedoch gemäß der Energieeinsparverordnung 2002 saniert. Der jährliche Heizwärmebedarf wird durch eine zwölf Zentimeter dicke Polystyroldämmung LWLG 035 der Außenbauteile und zweifachverglaste Fenster verringert. beheizt werden diese Wohnungen mittels Nahwärmeversorgung, betrieben mit einer energieeffizienten "Kraft-Wärme-Kopplung".

Der Energieverbrauch beider Projekte wird nach Wiederbezug drei Jahre lang gemessen. Das Ergebnis wird die jeweiligen Energiekosten, unter Berücksichtigung des Nutzerverhaltens, zeigen. Es wird Aufschluss über die Gesamteffizienz geben (voher/EnEV/passiv). Der Vergleich wird auch zeigen, ob die neuen technischen Normen mit dem Nutzerverhalten zu vereinbaren sind.