Passivhaus Schlesier Straße

Kuschelig warm fast ohne konventionelle Heizung

Im Januar 2009 bezogen neue Mieter das grundsanierte Mehrfamilien-Passivhaus im Bestand in der Schlesier Straße. Gut ein Jahr lang wurden die ehemaligen Wohnhäuser aus den 60er Jahren zu 15 modernen Appartements umgebaut. Jetzt können die neuen Wohnungen mit einer umfassenden innovativen Kombination aus Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, Mini-Blockheizkraftwerk mit Sterling-Motor und Fotovoltaikanlage zeigen, was sie in Sachen Umweltschutz zu bieten haben.

Bestand: Die Häuser mit Hausnummer 25, 27 und 29 eigneten sich aufgrund der Lage und ihrer Bauweise ganz besonders zur Modernisierung nach Passivhaushausstandard. Die dreigeschossigen Wohngebäude waren als Zweispänner (zwei Wohnungen pro Stockwerk) konzipiert. Je Haus gab es sechs Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche von je ca. 53 m², also insgesamt 18 Wohnungen. Die Zimmer, vor allem die Funktionsräume Küche und ein innenliegendes Bad, waren zu klein und entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen.

Umbau: Die energetische Umrüstung der Häuser auf Passivhausstandard erfolgte durch folgende Maßnahmen: Aufbringung eines 26 cm starken Wärmedämm-Verbundsystems, hochwertige Fenster mit Dreifachverglasung, Dämmung von Dach und Kellerdecke, Vermeidung von Wärmebrücken im Trauf-, Ortgang- und Sockelbereich und Entfernung der alten Kragbalkone. Die Temperierung der Räume regelt sich durch kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Die benötigte Restwärme wird über einen Wasser-/Luft-Wärmetauscher der Zuluft zugeführt. Im Bad wird ein eventuell höherer Wärmebedarf durch einen Heizkörper unterstützt. Die Restwärme und die Warmwasserbereitung werden über ein gasbetriebenes Mini-Blockheizkraftwerk (BHKW) der TWL in Haus Nr. 25 realisiert. Als Besonderheit ist dieses BHKW mit einem Sterling-Motor ausgestattet. Eine bereits 2005 installierte Fotovoltaikanlage aus 141 Solarmodulen liefert einen Jahresertrag von rund 19.000 kWh Strom.

Im Zuge des Umbaus wurden zudem sämtliche sanitär und haus-technischen Installationen erneuert. Neben den Grundrissen der Wohnungen wurden auch die Keller neu aufgeteilt. Straßenseitig ent-standen Funktionsräume, wie Hausanschlussräume, Fahrrad-, Abstell-, Technikräume und ein Trockenraum. Gartenseitig platzierten die Planer die Mieterkeller.

Durch Umbau und Zusammenlegung entstand ein neues Wohnungs-gemenge in allen drei Häusern: neun Zwei-Zimmer-Wohnungen mit je 56,50 m², drei Drei-Zimmer-Wohnungen mit je 74,08 m² und drei Vier-Zimmer-Wohnungen mit je 92,84. Insgesamt stehen jetzt 1.009,26 m² Wohnfläche zur Verfügung, im Gegensatz zum Bestand mit 956,34 m². Dieses Mehr an Wohnfläche wurde dadurch erreicht, dass die alten Balkone entfernt, die verbleibenden Loggien integriert und neue großzügige Stahl-Vorstellbalkone angebaut wurden. Im Bereich dieser neuen Balkone wurden neue Fenster-Tür-Elemente montiert. Dadurch wird der Wohnraum nicht nur besser belichtet sondern bei Bedarf eine große Fläche geschaffen, die das Eindringen von wärmenden Sonnenstrahlen ermöglicht.

Die reinen Baukosten wurden mit rund 1,1 Millionen Euro vergeben. Mit der wissenschaftlichen Begleitung wurde das Passivhausinstitut Darmstadt beauftragt.

Ergebnis: "Beim Umbau der drei Wohngebäude in der Schlesier Straße konnten wir auf unseren Erfahrungen mit dem ersten Projekt in der Hoheloogstraße 1 und 3 aufbauen. Es ist uns gelungen, die Baukosten, trotz allgemein gestiegener Preise, zu reduzieren und die eingesetzte Technik weiter zu optimieren. Wir sind sehr stolz darauf, einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz und energetischen Bauen in unserer Stadt zu leisten", so GAG-Vorstand Detlef Tuttlies.

Nach einem Doppelhaus, zwei Büro-Passivgebäuden und einem sanierten Passivhaus im Wohnungsbestand ist dies das fünfte Projekt des Immobilienunternehmens in Ludwigshafen. Insgesamt werden damit bislang 14.466 m² Nutzfläche in Passivhausstandard zur Verfügung gestellt.