Markus Fieker lässt seinen fachkundigen Blick über die grüne Fläche gleiten. Vor seinem inneren Auge wächst bereits der kleine Wald, der hier im Auftrag der GAG entstehen soll.
Der Techniker für Garten- und Landschaftsbau ist Projektleiter bei der Firma Weiland Grünbau und für den ersten „tiny forest“ in unserem Bestand zuständig. Die rund 200 Quadratmeter große Fläche im Hochfeld, zwischen den Häusern Leistadter Straße 30–32, Rotem und Grünem Hof, kennt er gut. Viele Jahrzehnte waren hier, hinter den historischen Wohnhäusern, kleine Mietergärten angelegt, dann lag das eingezäunte Grundstück lange als Brachfläche mit bruchgefährdetem Baumbestand ungenutzt da.
Kleine Vielfalt, statt pflegeintensiver Einzelbäume
Als man im vergangenen Jahr plante, hier neue Bäume zu pflanzen, stieß man im Erdreich auf Tonnen von altem Beton, der zunächst entfernt werden musste. „Bei der Gelegenheit stellten wir fest, dass die Bodenbeschaffenheit einfach sehr schlecht ist und wir nur schwer große Pflanzlöcher für größere Bäume gegraben bekommen. Das Grünflächenmanagement der GAG hatte dann die Idee zu dem Miniwald“, sagt der 35-Jährige. Jetzt sollen hier rund 500 Bäume und Büsche gepflanzt werden, alle zwischen 80 und 100 cm hoch.
“Bei unseren Einsätzen in den Wohngebieten bekommen wir viele positive Rückmeldungen aus der Mieterschaft. Das Verständnis für den veränderten Umgang mit Grünflächen in Zeiten des Klimawandels wächst“
Durch die hohe Pflanzdichte steige der Konkurrenzdruck innerhalb des Ökosystems. Eine natürliche Waldgesellschaft sei dadurch deutlich früher erreicht, weil die Phase der Sträucher, Gräser und Pionierbäume übersprungen werde, so Fieker. Dafür hat der Projektleiter eine gute Mischung aus heimischen Wildgehölzen und hitzeresistenten Arten ausgewählt.
Gepflanzt werden unter anderem: Kartoffelrose, Felsenbirne, Feldahorn, Liguster, Pfaffenhütchen, Sanddorn, Apfel, Faulbaum, Holunder, Kornelkirsche
Starke Wirkung auf die Umgebung
Hat die Neupflanzung einmal die kritischen ersten beiden Jahre überstanden, hat sie viele Vorteile. So braucht die Fläche deutlich weniger Pflege als herkömmliche Grünflächen, in Hitzephasen senkt sie die Umgebungstemperatur, bei Starkregen sorgt sie für eine gleichmäßigere Versickerung, sie bietet Lärmschutz, bindet C02 und schenkt Vögeln und Insekten neuen Lebensraum.
Außerdem tragen wir mit unserem Projekt zur Umweltbildung bei: Im Dezember laden wir Schüler der Grundschule im Hochfeld ein, uns bei der Pflanzung zu unterstützen!
Unsere Bausteine für klimaneutrales Wohnen
Bei Modernisierungsmaßnahmen und bei Neubauten integrieren wir eine ganze Reihe von Maßnahmen, die gemeinsam ein Ziel haben: Sie sollen die CO2-Bilanz verbessern und uns so der Klimaneutralität ein Stück näherbringen. Diese betreffen nicht nur unsere Gebäude, sondern beziehen auch die umgebenden Grünflächen ein. Zudem betrifft es die Art und Weise, wie wir uns in der Stadt bewegen und welche Ressourcen wir in unserer unmittelbaren Umgebung nutzen.



