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EnGAGiert Schwerpunkt – Aquarell von Robert Lauth

Wiedergefunden
Vor einigen Wochen haben wir Frühjahrsputz gemacht, im Archiv der GAG. Im sechsten Obergeschoss unserer Zentrale befinden sich hinter feuersicheren Metalltüren alte Akten, historische Baupläne, Modelle und vieles mehr. Beim Durchforsten entdeckten wir im obersten Fach eines Schrankes auch ein Bild, das wir zunächst nicht näher einordnen konnten. Immerhin befand sich auf der Rückseite ein aufgeklebter Zettel mit dem Hinweis: „Überreicht am 16. Juni 1970 anlässlich des 50-jährigen Bestehens der GAG Ludwigshafen von der Bauwerks-Innnung“. Auf der Vorderseite konnte man zudem eine deutliche Signatur erkennen mit den Buchstaben: LAUTH. Eine Anfrage bei Werner Lauth von der gleichnamigen Galerie in der Mundenheimer Straße bestätigte unsere Vermutung: Das Bild stammt von seinem Großvater Robert Lauth. Es zeigt links das ehemalige BASF-Hochhaus. Die Szene ist von der Mannheimer Rheinseite aus gemalt.

Vielgereister Autodidakt
In der Kurzbiografie von Stefan Mörz, Leiter Stadtarchiv Ludwigshafen, heißt es dazu: Der Maler und Kunsthändler Robert Lauth (* 06.06.1896 Ludwigshafen, † 27.12.1985 Bad Dürkheim) war Sohn eines Möbelfabrikanten. Auf Wunsch des Vaters absolvierte er zunächst eine kaufmännische und Schreinerlehre und trat in das väterliche Geschäft ein. Die Malerei eignete er sich hauptsächlich als Autodidakt an.1922 hatte er seine erste Ausstellung. Hauptthemen des Vielgereisten waren Ludwigshafen, die Pfalz, Italien und Paris.

Dunkle Zeiten
Im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg leistete Lauth Kriegsdienst. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Lauth im Range eines Offiziers eingezogen für Aufgaben innerhalb eines Bautrupps der Luftwaffe. Während über das Verhalten der meisten mit einem Straßennamen gewürdigten Ludwigshafener, die den Zweiten Weltkrieg durchlebten, nichts bekannt ist, sind Briefe Robert Lauths an seine Frau aus den Jahren 1943 bis 1947 erhalten und veröffentlicht worden. Aus ihnen ergibt sich unter anderem, dass Lauth im Jahr 1944, für drei Wochen für den Bau eines Militärflughafens, hinter der Front im litauischen Ponewisch, verantwortlich war bei dem jüdische Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Aufgrund der näher rückenden Front wurde das Projekt aber aufgegeben. Bei Kriegsende geriet Lauth in sowjetische Kriegsgefangenschaft in der Ukraine.

Galerie und Künstlervereinigung
Nach seiner Rückkehr nach Ludwigshafen gründete Robert Lauth 1948 die heute noch bestehende Kunstgalerie. Wenig später wurde er Mitbegründer der Künstlervereinigung Anker und blieb bis 1965 ihr Vorsitzender. Werke Lauths befinden sich in der ständigen Sammlung der Pfalzgalerie Kaiserslautern, des Wilhelm-Hack-Museums Ludwigshafen und im Besitz des Kulturministeriums des Landes Rheinland-Pfalz.